Der Carport im Eigenbau

Nach langer Zeit und Nachwuchspause startete in diesem Jahr das letzte Großprojekt am Haus. Der Carport. Da dieser im Bauantrag bereits genehmigt war (kostete 500€ extra) und wir bereits seit 2 Jahren das Abwasser der Dachfläche zahlen, auch wenn es die Dachfläche gar nicht gibt, sollte es nun vorm Herbst losgehen.

Auswahl des Carports

Zu aller erst wurden Angebote eingeholt. Die Grundanforderungen waren klar:

  • Flachdach
  • 6x9m
  • Geräteraum
  • Selbstmontage

Bei der Dacheindeckung war ich mir nicht sicher. Natürlich wären Ziegel schön gewesen, jedoch spielt am Ende der Preis schon eine Rolle. Hier habe ich am Ende die falsche Entscheidung getroffen, aber dazu später mehr. Die Angebote für einen Bausatz lagen zwischen 6000€ und 15.000€. Es ist schwer das Ganze zu vergleichen, denn alle Carports sind irgendwie anders. Am Ende habe ich den Carport auf Easycarport.de konfiguriert, wohlwissend, dass ich am Bausatz einige Änderungen vornehmen muss. Als Dacheindeckung wählte ich Trapezbleche.

Kosten

  • Carport: 5200€ (Trägerkonstruktion, Dacheindeckung, Befestigungsmaterial, Wände, Tür, Sichtschutz)
  • Farbe (Trägerkonstruktion): 160€ Sikkens Cetol Wetterschutzfarbe weiß 10 Liter
  • Farbe (Wände): 130€ Caparol ClassicLasur Walnuß 7,5 Liter
  • H-Träger: 55€ (11 Stück)
  • Regenrinne: 180€
  • Kleinteile: 50€
  • Gesamt: 5775€

1. Aufbau der Trägerkonstruktion

Die erste Amtshandlung war das Streichen und das hatte es wirklich in sich. Alleine schon die Trägerkonstruktion um ihre 9m langen Wangen und die elf 6m langen Sparren haben mich über zwei Wochen Zeit für das Streichen gekostet. Dazu noch 8 Pfosten und die vordere Blende. Alle Bauteile mussten mindestens 2x gestrichen werden. Aber man sollte sich keinen Illusionen hingeben. Nach dem Aufbau darf man eigentlich noch einmal streichen, denn Macken, Flecken und Dellen lassen sich nicht vermeiden.

Während dieser Zeit wurden parallel die H-Träger gesetzt. Das Ganze ist schon eine große Herausforderung, denn am Ende müssen nicht nur die Abstände sondern auch die Höhen stimmen. Höhen? Ja genau, denn die Einfahrt ist sowohl nach vorne, sowie ab dem Geräteschuppen zum Garten hin auch wieder abschüssig. Also hatten wir auf der Gesamtlänge des Carports 3 verschiedene Höhen. Das wird jedoch später erst bei der Bemessung der Pfostenhöhen wichtig. Für die Träger muss jedoch zumindest der linke und der rechte Träger die gleiche höhe haben, denn das Dach soll nach hinten abfallen. Auch hier war ein eine Wasserwage mit integriertem Laser enorm hilfreich.

Da die Einfahrt bereits gepflastert war, mussten also wieder Steine entfernt werden. Was soll man sagen, wenn die erstmal eingekehrt sind halten die auch bombenfest. Pro Träger musste auch eine gewisse Fläche freigelegt werden, denn der Pfostenträger brauchen laut Statik ein Fundament von mindestens 40x40x80cm.

Im ersten Schritt sollen die 9m langen und 80cm hohen Blendrahmen an die Pfosten geschraubt werden. Das Ganze Dach soll also am Ende an auf 6 Schrauben pro Seite liegen. Treu dem Motto „Sicher ist sicher“ entschieden wir uns also die Pfosten um 4cm einzuschneiden, so dass die Blendrahmen zumindest teilweise auf dem Pfosten aufliegen und die Last nicht nur an den Schrauben hängt. Neben diesem Aspekt sieht das ganze auch etwas schicker aus. Natürlich müssen die Kopfbänder dann Ebenfalls angepasst werden.

Nun kommt der spannende Teil, die Pfostenhöhen. Laut Montageanleitung ist ein Gefälle von 10 cm nach hinten, bei einer Gesamtlänge von 9m ausreichen. Also der hintere Pfosten soll 10cm gekürzt sein als der vordere. Leichter gesagt als getan, denn wie gesagt ist über die Gesamtlänge ein Gefälle nach vorne und nach hinten. Also wurde der vorderste Pfosten so lange gelassen wie er ist (2,50m), dann mittels Laser der Höhenunterschied zwischen dem vordersten und hintersten Pfostenträger gemessen und dann gerechnet. Blöd nur… es sind am Ende nicht wirklich 2% Gefälle. Das Wasser läuft zwar ab, aber 15cm hätten auch nicht geschadet.

Da wir die Blendrahmen ja auflegen konnten, haben wir erst die Pfosten aufgestellt um die Höhen wirklich korrekt ausmessen zu können. Hätten wir erst alles zusammengeschraubt und dann hätte etwas mit den Höhen nicht gestimmt hätten wir wieder alles abbauen müssen. Und ein 9m langen Balken mit Pfosten trägt man nicht eben mal mit 2 Leuten durch die Gegend. Danach kommen die Sparren drauf. Hier sollte man auf die Abstände achten!!! Da unsere Geräteraum nicht genau 3m sondern 3,20m breit ist, passten die Abstände der Sparren aus der Anleitung nicht mehr. Wir haben die Sparren also schön ausgemittelt, aber leider nicht auf die Überlappung der Trapezbleche geachtet, was am Ende dazu führte, dass die Bleche nicht auf einem Sparren überlappten und wir Hilfsbalken zum verschrauben einziehen mussten. Abschließend wird noch der Blendrahmen vorne angeschraubt.

2. Das Dach

Eindeckung

Tja, alles wird ärgerlich, wenn man aus irgend welchen Gründen von den Standarmaßen abweichen muss. Ja leider ist der Carport nicht genau 9x6m Meter sondern eher 9x 5,94m. Da man bei der Überlappung der Trapezbleche aber an die Täler gebunden ist passte es in der Breite nicht mehr. Aber in der Beschreibung des Carports ist die Breite natürlich „individuell kürzbar“. Auf die Probleme die dann mit der Dacheindeckung bei Trapezblechen entstehen macht einen niemand aufmerksam. Nun ja, mit der Flex und viel Geduld wurden dann die 3 äußeren Bleche eingekürzt. Natürlich darf man das nicht in einem Tal machen, sonst läuft das Wasser am Blendrahmen in den Carport. Also viel Geschiebe, bis man die Bleche irgendwie hier 2cm mehr und dann 2 cm mehr überlappt hat bis es irgendwie passt. Das hätte mir fast einen Nervenzusammenbruch beschert.

Auch generell war die Entscheidung für Trapezbleche falsch. Zwar günstig aber mehrere Nachteile:

  • Breite des Carports wird von der Überlappungsbreite der Bleche begrenzt
  • Große Tropfen von den Ortgangziegel des Hausdaches sind sehr laut
  • Wasser kondensiert an der Unterseite der Belche. Es tropft!

Könnte ich mich nochmal entscheiden würde ich jetzt wohl doch eher zu Brettern mit EPDM Folie tendieren. Die könnte man am Ende sogar begrünen.

Dachrinne und Abschluss

Aus optischen Gründen wollte ich die Trapezbleche nicht über den letzten Sparren überstehen lassen. Doch ein Überstand ist erforderlich, damit das Wasser auch sauber in die Dachrinne abtropfen kann. Abhilfe schafft ein Tropfblech, welches zu 1/3 über die Dachrinne ragt. Als Dachrinne wurden 280er Rinnen mit 80er Fallrohr gewählt. Weil das Tropfblech oben auf dem SParren angebracht war, habe ich Rinnenträger mit einer Befestigung gewählt um diese an die Vorderseite des Sparrens zu schrauben.

3. Geräteraum und Seitenwände

Geht es nach dem Hersteller, sollten die Bretter des Geräteraums von außen an die Balken geschraubt werden. Um Himmels Willen was? Wie sieht dass denn aus. Irgendwo in den „Tipps zur Montage“ befindet sich ein Hinweis, dass man die Bretter auch „zwischen“ den Pfosten montieren kann. Aber wie? Aber eins nach dem anderen.

Tür

Laut Anleitung wird die Tür zwischen zwei Pfosten montiert die genau einen Meter Abstand haben. Pappedeckel! Die Holztür ist nämlich nicht genau 98cm breit. Da ich mir das schon gedacht habe, wurde die Tür zuerst aufgehängt. Die mitgelieferten Ladenbänder habe ich gegen normale Scharniere getauscht, da die Bänder optisch nicht wirklich der Hingucker sind. Erst danach habe ich den zweiten Pfosten gesetzt. Statt dem mitgelieferten Riegel und Vorhängeschloss habe ich ein Kastenschloss montiert. Die nötige Vertiefung für das Schließblech wurde aus dem Balken ausgestanzt.

Seitenwände

Um die Seitenwände zu befestigen habe ich Kanthölzer in 40×40 mm an die Pfosten geschraubt und die Bretter dann dort gegengeschraubt, so dass sie sauber mit der Vorderseite der Balken abschließen.

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